Besonders starke wirtschaftliche Anknüpfungspunkte zwischen Hessen und Ostafrika bestehen in den Bereichen Pharma und Gesundheit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, kritische Rohstoffe sowie Logistik. „Ruanda gilt als Pharma-Hub der Region. Nairobi ist ein wichtiges Zentrum für Finanzwirtschaft und Digitalisierung. Und in Dar es Salaam spielen Logistik, Luftverkehr und Tourismus eine zentrale Rolle. Das sind zugleich Bereiche, in denen Hessen besondere Stärken hat. Genau daraus können neue Partnerschaften und konkrete Geschäftsmöglichkeiten entstehen“, so Minister Pentz.
Chancen des Freihandels nutzen - EU-Strategie für mehr Handel
Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf einzelne Länder. Die East African Community (EAC) verbindet einen regionalen Markt mit rund 330 Millionen Menschen, der wirtschaftlich immer enger zusammenwächst. Für Pentz liegt gerade darin das besondere Potenzial: „Hessen hat 6,5 Millionen Einwohner – aber unsere Unternehmen erreichen über den europäischen Binnenmarkt mehr als 450 Millionen Menschen. Genau diese Erfahrung zeigt, welche wirtschaftliche Kraft entsteht, wenn Märkte sich gegenseitig Zugang eröffnen. Für hessische Unternehmen kann Ostafrika deshalb weit mehr sein als die Summe einzelner nationaler Märkte. Wir wollen das Gateway in den europäischen Markt für Unternehmen aus Ostafrika sein. Deshalb unterstützen wir auch, dass die EU die Verhandlungen über ein Economic Partnership Aggreement wieder aufgenommen hat. Wir haben ein starkes Interesse an einer starken EAC, denn das ist die Grundlage für starke wirtschaftliche und politische Beziehungen“, so Pentz.
Begleitet wird der Minister deshalb von einer 33-köpfigen Wirtschaftsdelegation. Dass gleich 33 Vertreter aus Wirtschaft und Institutionen mitreisen, zeigt: Das Interesse der hessischen Wirtschaft an Ostafrika ist groß und sehr konkret. Mit dabei sind beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Industrie- und Handelskammern, Banken, Unternehmen der Luftverkehrs-, Pharma- und Biotechnologiebranche.
„Wir reisen nicht nach Ostafrika, um Entwicklungshilfe zu betreiben. Wir verfolgen handfeste wirtschaftliche Interessen – und möchten Partnerschaften, von denen beide Seiten profitieren“, betont Pentz. „Afrikanische Innovationskraft und deutsche Technologie können sich hervorragend ergänzen. Daraus können neue Produkte, neue Geschäftsmodelle und neue Investitionen entstehen. Deshalb lautet ein Motto unserer Reise: Technology made in Germany meets Innovation made in Africa.“
KI-Allianz mit Region schafft direkten Innovationskanal
Abschluss und Abrundung der Reise wird die feierliche Unterzeichnung einer KI- und Digitalpartnerschaft zwischen Hessen und der East African Community (EAC). „Diese neue Allianz ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus politischen Beziehungen praktische Zusammenarbeit entstehen kann“, so Minister Pentz. „Wir wollen damit die Grundlage schaffen und Wege ebnen. Mit dieser Partnerschaft schaffen wir einen direkten Innovationskanal im Bereich der Digitalisierung und KI-Forschung zwischen Hessen und der East African Community.“
Internationale Strategie - Hessen als Powerhouse mit Strahlkraft positionieren
Schon Ende 2024 war Staatsminister Pentz in der Region unterwegs. Die Reise nun ist eingebettet in die internationale Strategie, die die Landesregierung für Hessen entwickelt hat. Anfang 2026 fand die Konferenz „InvestEastAfrica!“ in Frankfurt und Berlin statt. Die Veranstaltung mit 350 deutschen und 60 ostafrikanischen Unternehmensvertretern war nicht nur Gelegenheit zum Networking, sondern auch für konkrete Geschäftsabschlüsse. Nun wird die Konferenz an drei Standorten in Ostafrika fortgesetzt. Alleine zum Forum in Nairobi werden etwa 500 CEOs und mehrere Staatspräsidenten aus der Region erwartet, ebenso der Präsident der EAC.